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	<title>Bernd Seydels Blog</title>
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	<description>Aktuelles und Bemerkenswertes</description>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Frauen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 19:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange habe ich überlegt, ob ich dieses Kapitel überhaupt schreiben soll. Wenn etwas in Saudi-Arabien Anlass zu Vorurteilen, Urteilen und Bekehrungsbemühungen ist, dann ist es die holde Weiblichkeit. Soll ich zum wiederholten Male schreiben, dass Saudi-Arabien das einzige Land auf der Welt ist, in denen Frauen das Führen eines Autos untersagt ist? 2011 hat eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lange habe ich überlegt, ob ich dieses Kapitel überhaupt schreiben soll. Wenn etwas in Saudi-Arabien Anlass zu Vorurteilen, Urteilen und Bekehrungsbemühungen ist, dann ist es die holde Weiblichkeit.</p>
<p>Soll ich zum wiederholten Male schreiben, dass Saudi-Arabien das einzige Land auf der Welt ist, in denen Frauen das Führen eines Autos untersagt ist? 2011 hat eine Frau öffentlichkeitswirksam gegen das Verbot verstoßen und ihr Kind zur Schule gefahren. Zehn Peitschenhiebe waren das Urteil, das durch den weisen König Abdullah wieder aufgehoben wurde.<span id="more-531"></span></p>
<p>Was wie eine Frage der Emanzipation aussieht, ist aber eher eine Auseinandersetzung eines tendenziell konservativen Klerus gegen einen König und Teile seiner Regierung, die als gemäßigt bezeichnet werden können.</p>
<p>Die offizielle Begründung, warum Frauen nicht Autofahren dürfen, geht ungefähr so: Wenn eine Frau in einen Unfall verwickelt wäre, müsste sie sich vielleicht mit einem Mann herumärgern, der sie unziemlich behandelt – und das will man ihr nicht zumuten. Außerdem soll sich der Mann um seine Frau kümmern und muss es auch. Schließlich ist er ihr Vormund. Es ist ihr gutes Recht, von ihm zu verlangen, sie herumzufahren und für ihre Sicherheit zu sorgen. Noch Fragen, liebe Männer?</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z010620_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-534" title="_Z010620 - Jeddah - Frauenmode: auch die schwarze Abaya wird immer dekorativer" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z010620_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Im Alltag ist es als Singlemann, der ich ja als Alleinreisender in Saudi-Arabien bin, am besten, Frauen gar nicht genauer anzuschauen. Sie werden es als gute Muslima auch mir gegenüber nicht tun, denn ihnen ist es aufgegeben, sich den Männern gegenüber zwar höflich, aber nicht herzlich zu zeigen. Der Umgang mit Frauen findet in der eigenen Familie statt oder mit der Ehefrau. Trotz aller religiösen und ethischen Ansprüche an die Dauer von Ehen werden diese aber in über 50 Prozent der Fälle wieder geschieden. Eine durchaus mit dem Westen vergleichbare Zahl.</p>
<p>Wie in vielen Fällen in Saudi-Arabien gibt es auch in Sachen Frauen zwei Ebenen. Offiziell wird ein eher konservativer Islam gepflegt, der sich aus der Sonderstellung Saudi-Arabiens ableitet. Schließlich ist dessen König auch der Bewahrer und Herrscher über die beiden heiligsten Stätten des Islam, Mekka und Medina. Alle Moslems wenden sich bei ihrem Gebet dieser Stätte zu. Saudi-Arabien steht also ganz wörtlich unter ständiger Beobachtung. Darum will man auch Vorbild sein für alle Muslime in der Welt. Keine leichte Aufgabe angesichts der sehr unterschiedlichen Entwicklung der verschiedenen arabischen und moslemischen Staaten.</p>
<p>Der Alltag der Frauen ist höchst unterschiedlich. Der traditionelle Saudi wird seiner Frau klarmachen, dass sie sich um die häuslichen Belange zu kümmern habe. Heutzutage wird er nichts dagegen unternehmen, wenn sie studiert und sich bildet. Ob er sie deshalb aber auch unterstützt, einen Beruf zu ergreifen, ist etwas ganz anderes. Berufstätige Frauen sind in Saudi-Arabien jedenfalls keine Selbstverständlichkeit. Die großen (westlichen) Unternehmen stellen sehr gerne Frauen ein. Hat es sich doch gezeigt, dass sie meistens nicht nur gut ausgebildet sind, sondern auch den tendenziell behäbigen Männern in vielerlei Hinsichten überlegen sind. Überall auf der Welt sind Männer von dieser Art von Konkurrenz nicht begeistert. Oder etwa doch?</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z010617_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-533" title="_Z010617_ - Jeddah - Frauenmode" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z010617_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Im alltäglichen Leben ist manches viel entspannter. Ich habe darüber in meinem Beitrag über die Altstadt Balad geschrieben. Doch wir sollten uns nicht täuschen lassen: Unversehens kann es wieder ernst werden.</p>
<p>Zwei Beispiele:</p>
<p>An meinen Seminaren in Jeddah nehmen auch Frauen teil. Wie in Deutschland wird für die Teilnehmer ein Mittagessen im Hotel angeboten. Wie in Deutschland lade ich alle ein, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen. Schließlich ist der Erfahrungsaustausch ein wichtiger Anteil des Seminars, der sich beim Speisen besonders gut pflegen lässt. Vor vier Wochen passierte es, dass man mir von Seiten des Hotels nahe legte, die Frauen bitte sehr in der „family section“ essen zu lassen und nicht zusammen mit den Männern an einem Tisch. Wir haben sie dann so platziert, dass sie am anderen Ende des Tisches den anderen Besuchern des Restaurants nicht gleich ins Auge fielen.</p>
<p>Der Hintergrund dazu: Den Mitarbeitern des Hotels ist es völlig gleich, wo die Frauen essen. Aber saudische Gäste hatten sich über unsere gemischte Gruppe beschwert. Es sei in diesem Land nicht üblich, gemeinsam zu essen. Wegen der guten Sitten oder wer weiß warum.</p>
<p>Im letzten (gemischten) Seminar kamen am dritten Tag plötzlich zwei Hotelbedienstete und brachten eine mobile Trennwand in den Seminarraum. Sie würde benötigt, weil bei uns Frauen seien. Nach saudischem Recht müssten sie getrennt von den Männern sitzen. Ich schaute ziemlich verblüfft-ärgerlich. Wieso kommt man damit, nachdem wir zwei Tage offenbar sittsam hatten arbeiten können?</p>
<p>Auch hier ist die Erklärung wieder ganz einfach: Während unserer Pause hatten Beamte (Sittenpolizei?) die Räume inspiziert und die Gemischtbesetzung festgestellt. Daraufhin bekam das Hotel die strikte Anweisung, für die sittsame Durchführung zu sorgen. Das Hereinstellen dieser albernen Trennwand war der unbedingt zu realisierende Gehorsam. Hätte sich das Hotel geweigert, hätte man das Seminar zwangsbeendet.</p>
<p>Ein klärendes Gespräch zwischen den Verantwortlichen des Auftraggebers für das Seminar und des Hotels konnte zum Glück alle Probleme beseitigen. Vielleicht hätte man aber auch nur den offiziellen Weg gehen müssen: Wenn man vorher eine Genehmigung bei einem bestimmten Ministerium beantragt, dass man eine gemischte Gruppe in einem Raum gemeinsam unterrichten wolle, dann wird das völlig unkompliziert genehmigt. Man hat dann den guten Sitten genügt.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_43429_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-535" title="IMG_43429 - Jeddah - Frauenmode" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_43429_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Die Teilnehmer sehen das Problem völlig anders. Sie könnten selbst dafür sorgen, dass die Frauen korrekt behandelt werden, sagten mir die Männer. Schließlich sei das alles nur eine Frage der Höflichkeit und der Erziehung.</p>
<p>Ich sehe das nicht anders. Aber ich habe die Meinung des Mannes nicht weiter kommentiert. Ist es doch eine durchaus aufgeklärte, vielleicht auch westliche Idee, dass Menschen ganz allein und für sich selbst Maßstäbe für korrektes Verhalten in sich tragen und verwirklichen können. Sie brauchen dazu keine Anleitung von außen und schon gar keine Kontrolle oder Vorschriften, keine Sittenpolizei und keine Aufpasser.</p>
<p>Die jungen Menschen in Saudi-Arabien sind offen, der Welt zugewandt, technikverliebt, traditionsbewusst, eigenständig, gebildet und sehr oft reiselustig. Sie kennen andere Länder und deren Sitten und träumen nicht selten davon, in Europa oder Kanada zu arbeiten.</p>
<p>Wenn Saudi-Arabien diese Generation nicht verlieren will, wird es über eine gewisse Öffnung nachdenken müssen. König Abdullah scheint das zu wissen und umzusetzen. Sicherlich nicht zufällig hat er letztes Jahr in Riyadh die größte Universität für Frauen eröffnet und Universitäten an der Westküste gegründet, die koedukativ ausbilden.</p>
<p>Und nicht zuletzt sind es die Frauen selbst, die in kleinen, aber stetigen Schritten die gesellschaftlichen Grenzen ausloten und erweitern. Nicht nur zur Freude der Männer, die es sich mit ihrer Dominanz ziemlich bequem eingerichtet haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Alltag</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 19:23:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Freund Mohammed ist immer für eine Überraschung gut. Wir kennen uns seit einigen Jahren. Wenn ich in Jeddah bin, rufe ich ihn an und frage ihn, ob er Zeit für ein Treffen hat. Dann darf ich an seinem Alltag nach der Arbeit teilnehmen – eine Kostbarkeit, die ich sehr zu schätzen weiß. Werden mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Freund Mohammed ist immer für eine Überraschung gut. Wir kennen uns seit einigen Jahren. Wenn ich in Jeddah bin, rufe ich ihn an und frage ihn, ob er Zeit für ein Treffen hat. Dann darf ich an seinem Alltag nach der Arbeit teilnehmen – eine Kostbarkeit, die ich sehr zu schätzen weiß. Werden mir doch dabei Eindrücke ermöglicht, die ich als Geschäftsreisender und Hotelbewohner nicht hätte haben können.<span id="more-517"></span></p>
<p>Mohammed führt mich in Gegenden von Jeddah, in die ich sonst nicht kommen würde. Erstens, weil ich gar nicht wüsste, dass sie existieren; und zweitens, weil ich dort eigentlich nichts zu besorgen hätte. Aber Mohammed schon. Er hatte seinem Onkel versprochen, nach einem bestimmten Ersatzteil für dessen Auto zu suchen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019391_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-518" title="_Z019391 - Jeddah - Mall of Arabia" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019391_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Wir fuhren von meinem Hotel Richtung Flughafen, bogen an der vornehmen und architektonisch reizvollen Mall of Arabia nach rechts ab und kamen schon nach wenigen hundert Metern in eine Gegend, die wir vielleicht Industriegebiet nennen würden. Doch nicht Großbetriebe siedeln sich hier an, sondern eine nicht zu überblickende Anzahl von Kleinbetrieben, die alle irgendetwas mit Metall machen: Geländer, Handläufe, Schweißarbeiten aller Art und was weiß ich sonst noch alles. Einer eng neben dem anderen, alle irgendwie ähnlich und doch höchst eigenwillig.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019393_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-519" title="_Z019393_Jeddah - Metallbauer" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019393_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019403_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-520" title="_Z019403 - Jeddah - Metallbauer" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019403_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Wenn man sie passiert hat und die Straßen etwas weniger komfortabel werden, mehren sich die ersten Anzeichen für jenes Gewerbe, weswegen wir hierher gefahren sind. Am Straßenrand stehen Autos, die wahrlich schon sehr viel bessere Zeiten gesehen haben. Verstaubt, verbeult, verschlissen, demoliert. Doch was hier nur vereinzelt herumsteht, beginnt sich schon bald zu häufen.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019413_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-522" title="_Z019413 - Jeddah - Schrott" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019413_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019420_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-523" title="_Z019420 - Jeddah - Ziemlicher Schrott" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019420_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Am südlichen Ende des Flughafens haben sich die Schrotthändler breitgemacht. Während also linkerhand der Sperrzaun zum Hightechbereich steht, sitzen auf der anderen Seite lässig die Schrottverkäufer. Aus allerlei alten Autositzen und Metallgestängen haben sie sich ihre Sitzgelegenheiten und Unterstände gebaut, in denen sie sich lässig lümmeln. Es ist warm tagsüber in Jeddah, im Schatten mindestens 35 Grad, dazu oft ein milder Wind, der sich anfühlt, als würde man neben einem Föhn stehen. Die Luftfeuchtigkeit ist spürbar hoch. Ein Sonnenschutz ist empfehlenswert.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019426_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-524" title="_Z019426 - Jeddah - Die Schrotthändler" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019426_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Viel Geschäft scheinen sie nicht zu haben, doch reicht es offenbar zum Leben. Einige Händler haben auf dem Gelände hinter sich säuberlich riesige Regale gebaut, in denen sie ihre Teile geordnet haben. Manche Lagerstätten sind sogar überdacht. Andere Händler haben die Unfallautos einfach neben- und aufeinander gestapelt. Dann kann sich jeder Kunde selbst herausschrauben, was ihm gefällt.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019445_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-525" title="_Z019445 - Jeddah - Geordneter Schrott" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019445_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Mohammed sucht jemand ganz Bestimmtes. Fragt hier, dann beim nächsten Händler. Schließlich erfährt er, dass der Gesuchte gar nicht da ist, sondern irgendwo anders in Jeddah. Kein Problem, dann fahren wir halt dorthin. Der einzige wirklich ernst zu nehmende Preis ist ja die Zeit, nicht das Benzin. Über das denkt hier niemand nach. Einmal Volltanken kosten ungefähr 4,50 Euro.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019766_Seydel_LR_600BlogSY.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-527" title="_Z019766 - Jeddah - Versandstation" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019766_Seydel_LR_600BlogSY.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Tags darauf haben wir das Teil zu Post gebracht, oder jedenfalls zu einer Versandstation, die unserer Paketpost entsprechen könnte. Hinter einem schweren Schiebetor stapeln sich in einem Innenhof unübersehbar viele Kartons. Männer eilen hinein und hinaus und auf dem Hof, meist eines der kleinen, mittleren oder riesigen Pakete auf der Schulter. Es scheint eine Ordnung zu geben. Mohammed jedenfalls vertraut dieser Einrichtung. Ich sehe einen der Männer mit seinem Päckchen im Arm in einem Seitengebäude verschwinden. Mohammed hat keinerlei Bedenken, dass die Sendung bestimmungsgemäß in Riyadh ankommen wird. Mein deutscher Ordnungssinn würde der saudischen Unübersichtlichkeit wahrscheinlich weniger trauen. Doch das ist pure Ignoranz.</p>
<p>Offenbar gibt es Ordnungssysteme, die ganz anders sind als die deutschen und trotzdem funktionieren. Erstaunlich?</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Balad 2</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 20:28:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[In Balad, der Altstadt von Jeddah. Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Ein ungeheuerliches Geschrei drang aus den Straßen zu mir. Für meine europäischen Ohren musste es sich um eine Demonstration handeln von Leuten, die gegen irgendetwas entschlossen anbrüllen. Aber in Saudi-Arabien wird nicht demonstriert, gibt es keinen Volksaufstand. Getreu meinem Motto: „Wo etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019305_LR_500.jpg"></a>In Balad, der Altstadt von Jeddah. Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Ein ungeheuerliches Geschrei drang aus den Straßen zu mir. Für meine europäischen Ohren musste es sich um eine Demonstration handeln von Leuten, die gegen irgendetwas entschlossen anbrüllen. Aber in Saudi-Arabien wird nicht demonstriert, gibt es keinen Volksaufstand. Getreu meinem Motto: „Wo etwas passiert, gehe hin“ folgte ich den Stimmen.<span id="more-502"></span></p>
<p>Auf einem Platz, an dem mehrere Straßen zusammenstoßen, die Bürgersteige sich verflüchtigten und alles voller Karren mit Obst und Gemüse stand, sammelten sich vielleicht sechs bis acht Kleinbusse. Sie standen am Straßenrand brav in einer Reihe. Nach einer mir nicht ersichtlichen Regel fuhr einer an, hielt halb auf der Straße, blockierte entspannt den nachfolgenden Verkehr. Der Fahrer beuge sich aus dem Fenster und schrie seinen Singsang. Mag sein, dass es arabische Worte sind, die ich als Europäer natürlich nicht verstand. Für mich war es Geschrei, und zwar lautes. Es hatte offensichtlich auch keinen strengen Zweck, denn die Fahrer machten sich einen Spaß daraus, sich gegenseitig zu übertönen. „Wlalalalalla wlalalala wlawlawlalalalalalalalalala“ oder so ähnlich riefen sie sich zu. Einige Menschen bestiegen den Bus, dann fuhr er ab, wohin auch immer.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019291_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-506" title="_Z019291_LR_500 Jeddah, Balad - Kleinbus mit schreiendem Fahrer" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019291_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Die Benutzung dieser Busse ist recht preiswert, es sind Centbeträge, die man zahlt. Man hat mir von deren Benutzung abgeraten. Ich weiß eigentlich nicht warum. Wahrscheinlich steht die Route nicht wirklich fest, die sie fahren. Mit Englisch könnte es bei der Verständigung schwierig werden. Doch ehrlich, Lust auf ein Mitfahren hätte ich schon.</p>
<p>Ansonsten ist es um den öffentlichen Nahverkehr in Jeddah schlecht bestellt. Es gibt ihn nicht wirklich. Ich sah noch einen roten Bus in einer Größenordnung, der den uns bekannten entspricht. Allerdings scheinen seine Fahrer etwas unkomplizierter als die in Deutschland zu sein. Mindestens fünf Personen stiegen im Abstand von drei, vier Metern noch zu, obwohl der Fahrer immer schon wieder die Tür geschlossen hatte. Doch energisches Klopfen erbarmte ihn jedes Mal.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019343_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-515" title="_Z019343 Jeddah, Balad - der rote Bus" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019343_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>In dieser Stadt hat man entweder sein eigenes Auto oder fährt Taxi. Als ich gestern von Balad zurück ins Hotel wollte, stieg ich bei einem Fahrer ein, der zwar beteuerte, er wisse, wo mein Hotel liege, doch ich traute ihm nicht. Ich habe inzwischen ein einigermaßen brauchbares Gespür dafür, ob sich Taxifahrer in der Stadt auskennen. Dieser freundliche Fahrer telefonierte zwar nahezu ununterbrochen mit seinem Handy, bekam wohl auch den einen oder anderen Tipp, wo er vielleicht langfahren könne, aber ansonsten sprach er fließend Arabisch. Ich konnte dafür prima Deutsch oder Englisch sprechen. Er schaute mich freundlich an und bog in die falsche Straße ein. „Dort sei mein Hotel“, sagte er gestenreich. Es war nicht mein Hotel.</p>
<p>Selbst einfachstes Englisch ließ ihn nur weiter freundlich lächeln. Also Gestensprache von meiner Seite und das Wort „Madinah-Road“. An dieser zentralen und ziemlich breiten Straße liegt mein Hotel. „Jaja“, zeigte er und fuhr los.</p>
<p>Ich wollte es ihm genauer erklären: Madinah-Road, dann kreuzen wir Tahlia-Road und dann kommt das Hotel. Alles klar? „Jaja.“</p>
<p>Er bog in die Tahlia-Road ein: Nein – na gut, geht auch. Zum Glück kenne ich mich aus. „Rechts reinfahren“, zeigte ich. Der Fahrer tat es. Dann sah er in der Ferne den Schriftzug meines Hotels. Sofort bog er wieder nach rechts ab. „Nein“, schriezeigte ich. „Geradeaus.“ Wenn man nämlich rechts abbiegt, kommt man nicht zum Hotel, sondern entfernt sich wieder. Er mogelte sich in die Geradeausspur. An einer T-Kreuzung zeigte ich nach rechts, dann links, hinter der Jeddah Internation Mall rechts auf den großen Parkplatz bis zum Ende durchfahren, dann wieder rechts und anhalten. DA ist das Hotel.</p>
<p>Ich habe große Sorge, dass er aus diesem Gewirr nicht wieder herausgefunden hat. Aber was soll es, er ist der Taxifahrer, nicht ich. Jedenfalls eigentlich.</p>
<p><strong> Foto-Nachtrag zu Balad</strong></p>
<p><strong><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019341_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-510" title="_Z019341 Jeddah, Balad - Verkaufsstände auf der Straße" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019341_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></strong></p>
<p style="text-align: left;">Kaum ist die Gebetszeit vorbei, sind alle Händler wieder da. Säuberlich auf Decken ausgebreitet wird die Ware feilgeboten.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019340_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-509" title="_Z019340 Jeddah, Balad - Straßenhändlerinnen" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019340_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Frauen verkaufen genauso wie Männer ihre Waren. Der Alltag ist eben viel normaler, als wir es uns vorstellen.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019352_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-503" title="_Z019352 Jeddah, Balad - Schuhladen" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019352_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Offener Schuhladen &#8211; also einfach im Vorbeigehen Schuhe einkaufen. Das wäre doch mal was, ihr lieben Frauen?</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019353_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-504" title="_Z019353 Jeddah, Balad - Hutladen" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019353_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Fein säuberlin und ordentlich in Reihen gleich nebenan der Hutladen.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019305_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-508" title="_Z019305 Jeddah, Balad - die Läden werden gechlossen" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019305_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Der Muezzin ruft. In der ganzen Stadt werden die Läden geschlossen und die Menschen gehen zur Moschee.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019348_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-511" title="_Z019348 Jeddah, Balad - die Läden werden zugehängt" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019348_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Wer keine Rolltore hat, verhängt seine Ware mit großen Tüchern. Das geht alles schnell und unkompliziert. Schließlich gehört es zum Alltag.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019285_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-505" title="_Z019285 Jeddah, Balad - Straßenleben" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019285_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Kaum ist die Gebetszeit vorbei, sind alle wieder da.</p>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Balad</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 21:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Schnell noch mal nach Saudi-Arabien fliegen – als wäre es nur eine kleine Reise nach München. Eine Checkliste fürs Kofferpacken garantiert, dass nichts vergessen wird. Flughafen Frankfurt und dann Jeddah: alte Bekannte. Diesmal werde ich in Jeddah von einem Fahrer abgeholt, der brav gewartet hat, bis ich Paß- und Zollkontrolle passiert habe. Den Weg zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schnell noch mal nach Saudi-Arabien fliegen – als wäre es nur eine kleine Reise nach München. Eine Checkliste fürs Kofferpacken garantiert, dass nichts vergessen wird. Flughafen Frankfurt und dann Jeddah: alte Bekannte. Diesmal werde ich in Jeddah von einem Fahrer abgeholt, der brav gewartet hat, bis ich Paß- und Zollkontrolle passiert habe. Den Weg zum Hotel würde ich inzwischen selber finden können.</p>
<p>Heute stand die Altstadt auf meinem Programm. Balad, so heißt dieser Stadtteil, hat einen besonderen Charme. <span id="more-490"></span>Er ist das pralle, selbstverständliche Alltagsleben. Die Menschen kommen hierher, weil sie etwas einkaufen wollen, weil sie durch Geschäfte bummeln oder etwas essen wollen. Oder sie wohnen hier. Dann sitzen sie, also die Männer, an den Straßen, auf Randsteinen oder Treppenabsätzen. Es wird geplaudert, gelacht, gelegentlich gestritten. Wie überall auf dieser Welt.</p>
<div id="attachment_493" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019315_LR_500.jpg"><img class="size-full wp-image-493" title="_Z019315_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019315_LR_500.jpg" alt="Balad, die Altstadt von Jeddah" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Balad, die Altstadt von Jeddah - alt und neu sind stets nah beieinander</p></div>
<p>Auch sonst ist alles normaler, als man es sich von Saudi-Arabien vorstellt. Es gibt viele Frauen, die auf den breiten Bürgersteigen und in den Fußgängerzonen Waren aufgebaut haben, die sie verkaufen. Andere fertigen Besen an, verkaufen Wasserflaschen oder Kinderspielzeug. Frauen gehen alleine oder in Gruppen durch die Straßen, in der Hand den Einkaufsbeutel wie überall auf der Welt. Sie steigen alleine in ein Taxi – und tun gut daran, dem Fahrer barsch die Anweisung zu geben, damit er erst gar nicht auf dumme Gedanken kommt.</p>
<div id="attachment_492" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019284_LR_500.jpg"><img class="size-full wp-image-492" title="_Z019284_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019284_LR_500.jpg" alt="Balad, die Altstadt von Jeddah" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Balad, die Altstadt von Jeddah - Straßenhändler verkaufen frisches Obst und Gemüse</p></div>
<p>Als ich gegen 17.30 Uhr dort eintreffe, sind zwar schon viele Menschen auf den Straßen, aber wirklich bunt und munter wird es erst nach der letzten Gebetszeit kurz nach 20 Uhr. Wenn der Muezzin sich laut aus der Moschee meldet, gehen die Lichter in den Geschäften aus und die großen Rolltore werden geschlossen. Dann eilen die Menschen in eine nahegelegene Moschee, um zu beten. Da man eine Moschee immer ohne Schuhe betritt, stapeln sich diese recht lustig in ansehnlicher Anzahl vor und um den Eingang. Die Schuhregale reichen bei weitem nicht aus, um alle aufzunehmen.</p>
<div id="attachment_497" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019347_LR_500.jpg"><img class="size-full wp-image-497" title="_Z019347_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019347_LR_500.jpg" alt="Balad, die Altstadt von Jeddah" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Balad, die Altstadt von Jeddah - Eingang einer Moschee</p></div>
<p>Aber viele folgen dem Muezzin auch auf der Straße. Sie haben ihren kleinen Gebetsteppich ausgebreitet oder nutzen die Matten, die schnell ausgerollt wurden. Dann verrichten sie ernst und in sich gekehrt das vorgeschriebene Gebet – und hinter ihrem Rücken tobt weiter der Verkehr und hupen die Taxis ungeniert.</p>
<div id="attachment_496" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019262_LR_500.jpg"><img class="size-full wp-image-496" title="_Z019262_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019262_LR_500.jpg" alt="Balad, die Altstadt von Jeddah" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Balad, die Altstadt von Jeddah - manches ist ziemlich verfallen.</p></div>
<p>Ich saß derweil ganz entspannt auf einer Steinmauer, schaute dem Selbstverständlichen zu und machte mir so meine Gedanken über das Leben im Allgemeinen. Kaum ist die Gebetszeit vorbei, rasseln die Rolltore wieder hoch, die Lichter gehen an, die Lokale verströmen köstliche Gerüche und die Menschen eilen genauso wie zuvor durch die Gassen. Die Taxis hupen enthusiastisch, was am Verkehrschaos aber nichts ändert.</p>
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019327_LR_500.jpg"><img class="size-full wp-image-494" title="_Z019327_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019327_LR_500.jpg" alt="Balad, die Altstadt von Jeddah" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Balad, die Altstadt von Jeddah - im Hintergrund ein markantes modernes Gebäude</p></div>
<p>Balad ist der Stadtteil der Gegensätze. Es gibt sehr moderne Gebäude, allerlei Einkaufszentren, die traditionellen Souks und viele doch recht verfallene Häuser. Ich frage mich manchmal, ob darinnen jemand wohnt. Gelegentlich sieht man Lichter hinter den Holzvertäfelungen der Fenster. Dann startet meine Phantasie. Sie verwandelt diesen Stadtteil durch behutsamen Wiederaufbau und achtsame Restaurierung in ein urbanes Schatzkästchen. Wie gerne würde ich das erleben – aber ich weiß, dass dazu zwar der Wille der Stadtverwaltung besteht. Doch die Realität wird auf Jahre hinaus noch ganz anders sein. Darum genieße ich hier das Alltagsleben, das so ganz anders ist als in Deutschland – etwas freier, etwas lebendiger, etwas ungeordneter.</p>
<div id="attachment_495" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019246_LR_500.jpg"><img class="size-full wp-image-495" title="_Z019246_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/05/Z019246_LR_500.jpg" alt="Balad, die Altstadt von Jeddah" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Balad, die Altstadt von Jeddah - was wohl unsere Elektriker zu dieser Art der Verkabelung sagen würden?</p></div>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Essen und Sand</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 19:12:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Essen in Saudi-Arabien kann zum Erlebnis werden. Die großen Hotels bieten selbstverständlich beste internationale Küche mit arabischem Schwerpunkt an. Das bedeutet: viel Fleisch vom Rind, Huhn und Lamm, dazu alle Sorten von Fisch und Meerestieren. Schweinefleisch ist selbstverständlich für Muslime verboten und also auch nicht zu bekommen. Die Preise für ein Essen sind den deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Essen in Saudi-Arabien kann zum Erlebnis werden. Die großen Hotels bieten selbstverständlich beste internationale Küche mit arabischem Schwerpunkt an. Das bedeutet: viel Fleisch vom Rind, Huhn und Lamm, dazu alle Sorten von Fisch und Meerestieren. Schweinefleisch ist selbstverständlich für Muslime verboten und also auch nicht zu bekommen. Die Preise für ein Essen sind den deutschen vergleichbar.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015943_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-479" title="Köstliches Fladenbrot gleich nach dem Backen. " src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015943_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Ganz anders geht es zu, wenn man die Hotels verläßt und dorthin geht, wo Menschen einfach etwas essen wollen, weil es Teil ihres Alltags ist.<span id="more-476"></span></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015914_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-486" title="Heritage Village in Dammam, Suadi-Arabien" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015914_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Noch in Dammam war ich mit Freunden in „Heritage Village“. Das ist ein Gebäude nach traditioneller Art. Ich habe nicht herausgefunden, ob es wirklich alt ist oder einfach nur in alter Weise aufgebaut wurde. Um einen hohen, dreistöckigen Innenraum herum gibt es im Erdgeschoss ein Restaurant und allerlei kleine Zimmerchen, in denen man ungestört mit seiner Familie sitzen und essen kann. Auf den Stockwerken darüber befinden sich Galerien, auf denen allerlei aus der Geschichte des Landes ausgestellt wird. Es ein Museum zu nennen ist etwas übertrieben, aber eine sehenswerte Sammlung ist es allemal.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015929_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-477" title="Blick von einer der Galerien in den Innenraum." src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015929_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015938_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-478" title="Der Fladenbackofen" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015938_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>In einem traditionell mit Holz befeuertem Ofen wird das beste Fladenbrot gebacken, das ich je gegessen habe. Wenn es aus dem Ofen kommt, ist es wie ein aufgepustetes Kissen. Es duftet verführerisch. Man drückt es wieder flach und reißt sich kleine Stückchen ab, mit denen man dann allerlei Cremes und Dipps (so würden wir sagen) aus Kichererbsen, Bohnen oder was auch immer aufnimmt. Dazu aßen wir Reis mit Huhn. Gegessen wird mit dem Löffel, aber eigentlich mit den Fingern. In jedem Restaurant gibt es Waschbecken, wo man sich vorher die Hände säubert.</p>
<p>In Jeddah hatte ich an einem Abend keine Lust auf das (gute) Hotelessen. Ich fuhr in meine Lieblingsstraße in einem einfachen Viertel. Dort kenne ich einen kleinen Imbiss, der etwas sehr Leckeres herstellt. Dazu wird auf einer großen Herdplatte ein Brotfladen erhitzt. Parallel dazu rührt der Koch zwei Eier mit etwas Schnittlauch, Tomaten oder auch Paprika zusammen und backt daraus ein flaches Omelett. Schnell wird beides aufeinandergeklebt, geschnitten und auf dem Pappteller serviert. Drei Rial habe ich für zwei Stück dieser Leckerei gezahlt, also nicht einmal 70 Cent. Und satt geworden bin ich auch noch. Wahrscheinlich bin ich der erste Deutsche in diesem kleinen Geschäft gewesen, in dem sonst nur Einheimische einkaufen. Ich werde es in Deutschland vermissen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015978_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-481" title="Sandsturm" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015978_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="191" /></a></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015992_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-483" title="Der rot Mann" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015992_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Auf dem Rückweg von Dammam zum Flughafen habe ich meinen ersten Sandsturm erlebt. Die Straße verschwindet in einem dichten Nebel, der natürlich nicht aus Wasser besteht, sondern aus Sand. Die Autos fahren langsamer, weil man kaum mehr den Untergrund sieht. In langen Schlieren fegt der Sand über den Asphalt. Zum Glück weist ein roter Mann an einer Baustelle die Autofahrer darauf hin, dass sie die Spur zu wechseln haben. Er wirkte etwas improvisiert, scheint aber für alle Autofahrer eine Selbstverständlichkeit zu sein. Sie folgten brav seinem Hinweis.</p>
<p>Kurz darauf begann es heftig zu regnen und zu blitzen. Der Abflug nach Jeddah verzögerte sich um 1 Stunde.</p>
<p>In Jeddah dann herrlichstes und klares Wetter. Weithin leuchtete die riesige Fontaine, die sich im Hafenviertel befindet. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und wird selbstverständlich abends beleuchtet.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z016028_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-485" title="Anflug auf Jeddah - im Hintergrund die große Fontaine" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z016028_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Bahrain</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 22:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[  Der kleine Golfstaat Bahrain ist seit gut einem Jahr in den Schlagzeilen. Sichtbar wurden die Probleme durch die Absage des Formel-1-Rennens 2011. Doch in Deutschland hat man nicht wirklich eine Vorstellung davon, was diesem Konflikt zugrunde liegt. Ich war einen Tag lang in Bahrain. An vielen Stellen in der Stadt Manama sieht man Fahnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> <a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015728_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-464" title="_Z015728_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015728_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Der kleine Golfstaat Bahrain ist seit gut einem Jahr in den Schlagzeilen. Sichtbar wurden die Probleme durch die Absage des Formel-1-Rennens 2011. Doch in Deutschland hat man nicht wirklich eine Vorstellung davon, was diesem Konflikt zugrunde liegt.<br />
Ich war einen Tag lang in Bahrain. An vielen Stellen in der Stadt Manama sieht man Fahnen und große Plakate, die auf das Rennen hinweisen.</p>
<p><span id="more-451"></span>Dass die Menschen auf dieses Ereignis hinfiebern, konnte ich nicht bemerken. Der Alltag geht seinen Gang.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015510_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-454" title="_Z015510_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015510_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>In den Gassen der Altstadt wird gearbeitet wie sonst auch. Viel Bekleidung, Süßigkeiten, Haushaltsgegenstände. Dazwischen immer wieder die Angebote für die Touristen, die aber bislang nur vereinzelt zu sehen sind.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015546_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-457" title="_Z015546_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015546_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015548_LR_500.jpg"></a><br />
<a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015548_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-458" title="_Z015548_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015548_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015559_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-459" title="_Z015559_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015559_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Beim Kleiderhändler: Sollte das Hauskleid zum Beispiel der Frau nicht passen, wird es gleich vor Ort angepaßt. Schnell sind die richtigen Maße aufgenommen. Geschickt werden die Abnäher gesetzt, der Saum umgenäht und anschließend mit einem Uraltbügeleisen der Stoff geglättet. Kleid und Dienstleistung kosten zusammen zehn Euro.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015582_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-460" title="_Z015582_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015582_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
Um die Altstadt herum wird viel gebaut. Modern gestaltete Bürohäuser, einige gigantische Malls, breite Straßen. So nett die Altstadt mit ihren kleinen Gassen ist, so kühl wirken die Neubauten. Wer Freude an architektonischen Spielereien hat, kommt auf seine Kosten. Wer herumbummeln möchte, sollte lieber mit dem Auto fahren, denn zum Spazierengehen ist alles viel zu weitläufig. Eine Strandpromenade, wie man sie auf saudischer Seite in Khobar oder Dammam findet, gibt es in Bahrain nicht.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015642_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-462" title="_Z015642_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015642_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
In diesen Inselstadt fahren die Menschen aus Saudi-Arabien in erster Linie, weil sie hier manches von dem machen können, was bei ihnen verboten ist. In Bahrain fahren Frauen Auto, jede Frau kann anziehen, was sie will: verschleiert, Kopftuch oder Minirock. Es gibt Kinos, Diskos und Bars, in denen man auch Alkohol trinken kann. Das soll für manche Menschen sehr wichtig in ihrem Leben sein.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015520_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-455" title="_Z015520_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015520_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
Von den politischen Auseinandersetzungen habe ich wenig mitbekommen. Polizei ist sichtbar, aber dezent und eigentlich auch nur vereinzelt. Dieses Land wird nicht mit ausdauernden Streiks überzogen, sondern von punktuellen Demonstrationen. Das ist verständlich, denn vom Demonstrieren kann man nicht leben. Ohne sein Geld zu verdienen geht es in Bahrain genauso wenig wie anderswo in der Welt.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015853_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-468" title="_Z015853_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015853_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
Die, die aufbegehren, sind die schiitischen Geringverdiener. Sie stehen einer sunnitischen Minderheit gegenüber, die aber über das Königshaus die Macht hat. In den vergangenen Jahren hatte es durchaus Zugeständnisse an die Schiiten gegeben. Das hatte zur Folge, dass Verwaltung und Beamten zunehmend auch mit Schiiten besetzt wurden.<br />
Die Erfahrung zeigt, dass die religiös begründeten Unterschiede unmittelbar in die gegenwärtigen Entscheidungen hineinwirken. Die Loyalität der Verwaltung zum Königshaus ist nicht mehr sicher. Im Zweifelsfall wird man eher die eigenen Interessen und die des großen schiitischen Vaters, des Iran, vertreten. Das kommt in den sunnitisch geprägten Ländern, zu denen auch Saudi-Arabien zählt, nicht gut an.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015465_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-474" title="Die Brücke nach Bahrain, von der saudischen Stadt Khobar aus gesehen." src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015465_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="223" /></a></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015904_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-470" title="_Z015904_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015904_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
Bahrain erreicht man auf einer etwa 25 Kilometer langen Brücke, die von den Saudis gebaut und bezahlt worden ist. In der Mitte liegt die Grenzstation. Insgesamt sieben Stationen gilt es dabei zu bewältigen, bis man wieder frei weiterfahren kann. Auf der Rückfahrt stauten sich die Autos zu einem schier unübersehbaren Gewirr. Die saudischen Beamten an den Kontrollschaltern kümmerte das wenig. Mit unerschütterlicher Ruhe fertigten sie die Reisenden ab. Gelegentliche Huborgien der Wartenden waren vielleicht für diese so etwas wie Triebabfuhr. An der Abfertigung haben sie aber nichts beschleunigt.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015537_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-456" title="_Z015537_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015537_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Jeddah 3</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 21:59:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Veränderungen in diesem streng muslimischen Land geschehen im Alltag. Wer durch die Geschäfte oder die Malls geht, sieht in einer gewissen Hinsicht auch nichts anderes als in westlichen Ländern. Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kinder die herumtollen, sich knuffen und necken. Ok, die Frauen tragen die schwarze Abaya. Aber ist sie wirklich nur schwarz? Nein, schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Veränderungen in diesem streng muslimischen Land geschehen im Alltag. Wer durch die Geschäfte oder die Malls geht, sieht in einer gewissen Hinsicht auch nichts anderes als in westlichen Ländern. Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kinder die herumtollen, sich knuffen und necken. Ok, die Frauen tragen die schwarze Abaya. Aber ist sie wirklich nur schwarz? Nein, schon lange nicht mehr. <span id="more-445"></span>Kunstvolle Applikationen, farbige Bordüren, gelegentlich auch in sanften Brauntönen. Einige Frauen sind gänzlich verschleiert, bei einigen sieht man nur die Augen, andere zeigen das ganze Gesicht, wieder andere haben das Kopftuch keck ein wenig zurückgeschoben, so dass man eine halbe Handbreit Haare sieht. Manche Frauen tragen gar kein Kopftuch.</p>
<p>Heute Abend war ich mit einem Teilnehmer meiner Seminare in eine der vornehmen Malls gefahren, weil er ein bestimmtes Parfüm kaufen wollte. Zu unser beider Erstaunen standen in dem edel ausgestatteten Laden etliche Frauen als Verkäuferinnen. Sie nahmen freundlichen Blickkontakt auf und berieten Männer wie Frauen. Es war alles sehr normal und entspannt.</p>
<p>Vor ein paar Jahren wäre das kaum möglich gewesen. Vielleicht ist es auch nur in Jeddah so. In diese Stadt am Roten Meer kommen jährlich zwei bis drei Millionen Pilger aus aller Welt. Man ist hier offener, unkomplizierter. In der Hauptstadt Riyadh ist vieles weitaus strenger geregelt.</p>
<p>Ich bin gespannt, wie sich dieses Land weiterentwickelt. Viele junge Menschen sind gebildet und gut erzogen. Sie wollen in diesem Land bleiben, auch wenn sie schon in anderen, auch westlichen Ländern waren oder dort studiert haben. Die jungen Menschen stellen die Mehrheit. Ich wünsche ihnen, dass sie es schaffen, ihre Kultur zu bewahren und zugleich sich zu öffnen für andere Ideen. Diese müssen ja nicht übernommen werden. Es reicht schon, sich frei zu entscheiden, zum Beispiel dafür, bestimmte Dinge so zu lassen, wie man sie gelernt hat.</p>
<p>Nur weil sich die Menschen voneinander unterscheiden und zu unterschiedlichen Lebensformen finden, ist es spannend, ihnen zu begegnen. Wären alle gleich: wie langweilig.</p>
<p><em>Kleiner Nachtrag zum Autoverkehr:</em></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015390_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-447" title="_Z015390_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015390_LR_500.jpg" alt="Morgens gegen acht Uhr. Verstopfte Straßen gehören zum Standard." width="500" height="333" /></a></p>
<p>Morgens gegen acht Uhr. Verstopfte Straßen gehören zum Standard. Jeder fährt ein Auto. Anders kann man sich in dieser Stadt auch nicht wirklich fortbewegen.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015404_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-448" title="_Z015404_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015404_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Der gleiche Blick aus meinem Hotelfenster, nur gegen 20 Uhr. Noch immer sind die Straßen voller Autos.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015408_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-446" title="_Z015408_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015408_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Wenn man eine der großen Straßen überqueren will, sollte man sich  beeilen. Es gibt zwar Zebrastreifen, aber sie haben keinerlei Bedeutung. Wegen eines Fußgängers hat noch nie ein Auto angehalten. Also heißt es flink zu sein.</p>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Jeddah 2 Windowshopping</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 20:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Fotografieren in der Öffentlichkeit findet eigentlich nicht statt. Als ich auf meinem kleinen Bummel rund um das Hotel an einen merkwürdigen Ort kam, konnte ich es nicht lassen: Schnell die Kamera aus der Tasche gezogen und einmal abgedrückt. Doch ich hatte die Umgebung nicht gut beobachtet. Ein Mann auf der anderen Straßenseite schaute etwas irritiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015319_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-433" title="_Z015319_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015319_LR_500.jpg" alt="Beautyshop in Jeddah" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Fotografieren in der Öffentlichkeit findet eigentlich nicht statt. Als ich auf meinem kleinen Bummel rund um das Hotel an einen merkwürdigen Ort kam, konnte ich es nicht lassen: Schnell die Kamera aus der Tasche gezogen und einmal abgedrückt. Doch ich hatte die Umgebung nicht gut beobachtet. Ein Mann auf der anderen Straßenseite schaute etwas irritiert und bedeutete, ich solle das lassen. <span id="more-431"></span>Ich ging auf ihn zu, stellte mich vor und wir plauderten. Er sei der Eigentümer der beiden Geschäfte. Eines ist ein Beautystudio nur für Ladies, das andere ein Fotostudio, auch nur für Ladies. Fotografinnen machen die Aufnahmen, dann werden daraus Abzüge oder Composings, also so etwas wie Fotobücher oder Alben. Seine anfängliche Irritation wich schnell.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015321_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-434" title="_Z015321_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015321_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Er zeigte mir stolz sein Büro und das Besprechungszimmer. Als ich in fragte, ob ich ein Foto von ihm machen dürfte, stimmte er lachend zu. Ich sei immer willkommen, meinte er zum Abschied.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015368_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-432" title="_Z015368_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015368_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Seine Visitenkarte kann ich zwar nicht lesen, aber wer mal mit seiner Frau nach Jeddah fährt und schöne Fotos von ihr braucht, dem sei dieses Studio herzlich empfohlen.</p>
<p>Fazit: Man muß nur mit den Menschen reden, dann finden sich auch Freunde.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015335_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-437" title="_Z015335_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015335_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015336_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-438" title="_Z015336_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015336_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015338_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-439" title="_Z015338_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015338_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Lust auf Entspannen? Dann empfehle ich eines der üppigen Betten, die ich in einigen Geschäften gesehen habe. Groß, mit vielen Kissen und sicher bestens geeignet für … Schon klar, oder?</p>
<p>Fazit: Ich habe kein Bett gekauft.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015334_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-436" title="_Z015334_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015334_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Auch sonst gibt es manche Geschäfte mit Designerware. Die gläsernen Vögel konnten mich aber nicht beeindrucken. Sie seien aber eine Spezialität dieses Frühjahres, behaupteten die Schaufenster.</p>
<p>Fazit: Auch keine Geld für Vögel ausgegeben.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015325_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-435" title="_Z015325_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015325_LR_500.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Ein leidiges Thema: Abfall auf der Straße. Irgendwie haben viele Menschen hier ein ziemlich unverkrampftes Verhältnis zu Dingen, die sie nicht mehr brauchen. Sie werden einfach fallengelassen. Ob das alte Zeitungen, Tüten oder auch mal ein WC ist, ist ziemlich egal. Vor Geschäften und Restaurants aber sehe ich immer wieder fleißige Menschen, die sorgfältig angewehten Unrat aufsammeln und entsorgen.</p>
<p>Fazit: Gegensätze ziehen sich an.</p>
<p>Knapp sieben Kilometer bin ich durch die Straßen gebummelt – aber ich weiß nicht, wie viele Taxis versuchten, mich zu einer Fahrt zu veranlassen. Fußgänger sind hier Exoten. Entweder fährt man mit dem Auto oder bleibt Zuhause.</p>
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		<title>Reiseeindrücke aus Saudi-Arabien – Jeddah 1</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 15:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auf Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Acht Tage in Saudi-Arabien: also Wärme, sobald man nach draußen geht – aber Kälte, solange man sich in Räumen aufhält. Da Energiekosten nicht wirklich eine Rolle spielen, wird gekühlt, was die Wärmetauscher hergeben. Ein Beispiel gefällig? Einmal volltanken kostet ungefähr 4,50 Euro. Oder anders: 1 Liter Benzin = 9 Cent. Noch irgendwelche Fragen? Ich werde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Acht Tage in Saudi-Arabien: also Wärme, sobald man nach draußen geht – aber Kälte, solange man sich in Räumen aufhält. Da Energiekosten nicht wirklich eine Rolle spielen, wird gekühlt, was die Wärmetauscher hergeben. Ein Beispiel gefällig? Einmal volltanken kostet ungefähr 4,50 Euro. Oder anders: 1 Liter Benzin = 9 Cent. Noch irgendwelche Fragen?<span id="more-422"></span></p>
<p>Ich werde keinen Reisebericht schreiben, sondern nur ein paar Eindrücke zusammenstellen, die mir Spaß gemacht haben.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015217_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-423" title="_Z015217_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015217_LR_500.jpg" alt="Gates in Frankfurt" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Frankfurt Flughafen: Ich verstehe nicht, warum der den Personenkult so demonstrativ pflegt. Und dann noch Microsoft. Wo immer ich herumgehe, stehen Schilder: Gates. Und 10 Meter weiter wieder: Gates. Etwas knapp, zugegeben. Bill Gates hätte netter gewirkt. Aber muß das wirklich sein?</p>
<p>Ostersonntag im Flieger von Frankfurt nach Jeddah: Wenn man schon unterwegs sein muß an solch einem Feiertag, dann wollte sich die Lufthansa wenigstens von ihrer ganz besonders netten Seite zeigen. Also hockte zum Mittagsmahl ein Schokoladenosterhase zwischen den Speisen. Ich fand das nett und aß ihn mit Vergnügen.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015221_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-425" title="_Z015221_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015221_LR_500.jpg" alt="Der OIsterhase im Flugzeug" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Als ich später mir ein wenig die Beine im Gang vertrat und hinten in der Nähe der Küche herumstand, kam ein ungefähr achtjähriger zarter Junge hinzu. Er trug das weiße Gewand der islamischen Pilger, zwei einfache grobe Tücher, die um Hüfte und Schulter geschlungen werden. Er sprach ganz höflich und etwas schüchtern mit einer Stewardeß – und bekam zwei Schokoladenosterhasen in die Hand gedrückt, die er freudig und strahlend zu seinem Sitz trug.</p>
<p>Was lernen wir daraus? Man muss ja nicht unbedingt ein Christ sein, um die Freuden des Osterfestes zu genießen. Oder: Kinder sind überall auf der Welt gleich.</p>
<p>Jeddah Flughafen: Trotz Emails vorab und wiederholten Erinnerungsemails stand nicht der Fahrer am Flughafen, der mich eigentlich zum Hotel hätte bringen sollen. Da ich suchend um mich blickte, offenbar Ratlosigkeit ausstrahlte, waren Helfer nicht mehr fern. Drei bis fünf drängten sich um mich: „Taxi?“ Nein, eigentlich wollte ich keines, ich wartete ja auf meinen Fahrer. „Taxi?“ – „Taxi?“</p>
<p>Ich weiß, dass es offizielle Taxis gibt und jede Menge Privatfahrer, die – eigentlich illegal – ihre Fahrdienste sehr energisch anbieten. Mit denen sollte man nicht fahren, denn man weiß nicht, ob sie immer solide sind.</p>
<p>Ein junger Mann aber ließ sich nicht abschütteln. Was machte er in der Folge richtig? Er fragte mich, wo ich hinwolle und wieso das Taxi nicht komme. Er rief im Hotel an, das den Transfer Flughafen-Hotel hätte organisieren sollen. Dort wußte man von nichts, hatte keinen Fahrer geschickt und wer ich überhaupt sei. Also wußte ich: Ich muß mich selbst um den Transfer kümmern. Der junge Mann wollte 150 Rial, das sind 30 Euro. Viel zu viel. Ich sagte: 100. Er wollte handeln. Ich: 100 oder gar nicht. Er stimmte zu.</p>
<p>Dass er mich sehr korrekt und auf direktem Weg zum Hotel brachte, ist nicht das Interessante an dieser Fahrt. Tamer, so heißt er, erzählte von sich. Er ist ein junger Mensch, der gerne arbeiten möchte. Dafür hat er eine Art Transportlizenz gemacht, die er mir stolz vorzeigte. Sie ermöglicht es ihm prinzipiell, als Fahrer angestellt zu werden. Aber dazu ist es nicht gekommen. Anstatt zu Hause herumzusitzen, versucht er nun, Fahrgäste auf dem Flughafen zu finden. Eigentlich privat – und irgendwie auch nicht.</p>
<p>Jugendarbeit ist eine Hypothek, die Saudi-Arabien in den nächsten Jahren bewältigen muß. 60 % der Menschen sind unter 20 Jahre. Die wollen hier leben, arbeiten, Geld verdienen und eine Familie ernähren. Dafür braucht es Bildung, Arbeitsstellen und Unternehmen. Tamer überlegt, ob er nicht nach Dubai gehen soll. Da sei es einfacher, einen Job zu finden.</p>
<p>Mich hat das Gespräch nachdenklich gemacht.</p>
<p><a href="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015270_LR_500.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-424" title="_Z015270_LR_500" src="http://blog.dr-seydel.de/wp-content/uploads/2012/04/Z015270_LR_500.jpg" alt="Jeddah bei Nacht - Blick aus meinem Hotelfenster" width="500" height="333" /></a></p>
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		<item>
		<title>Kommunikation und Werte – 3 Thesen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 18:49:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Seydel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[1. These: Wer über Werte spricht, spricht über sich selbst Selbstwertgefühl Wertediskussion Wertschätzung Wertvorstellung wertfrei Bewertung Verwertung Wertsache Wertbeständigkeit Werturteil Werteempfindungen lassen sich nicht von Kommunikation abtrennen. In jeder Kommunikation spreche ich zugleich auch von den Werten, die mich lenken und leiten. Am auffälligsten wird das in unseren Bewertungen: gut, schlecht, böse, lieb, richtig, falsch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1. These: Wer über Werte spricht, spricht über sich selbst</strong></p>
<p>Selbstwertgefühl<br />
Wertediskussion<br />
Wertschätzung<br />
Wertvorstellung<br />
wertfrei<br />
Bewertung<br />
Verwertung<br />
Wertsache<br />
Wertbeständigkeit<br />
Werturteil</p>
<p>Werteempfindungen lassen sich nicht von Kommunikation abtrennen. In jeder Kommunikation spreche ich zugleich auch von den Werten, die mich lenken und leiten. Am auffälligsten wird das in unseren Bewertungen: gut, schlecht, böse, lieb, richtig, falsch usw. Aber auch alle Religionen, Überzeugungen, Weltanschauungen oder Ideologien sind stark wertegeprägt – so stark, dass sie auch Kriege auslösen können.<span id="more-414"></span></p>
<p>Wen wir nicht für wertvoll erachten, ist uns kein Partner für Kommunikation. Wer Werte vertritt, die sich mit den eigenen nicht vertragen, wird mir erst gleichgültig, dann – im schlimmsten Fall – mein Feind.</p>
<p>Allerdings verbinden Werte auch die Menschen. „Gleich und gleich gesellt sich gern.“ Allzu viel Gleichheit und Ähnlichkeit aber ermüdet, lässt am Ende Kommunikation einschlafen. Es wird uns schlicht langweilig.</p>
<p>In diesem Spannungsfeld zwischen Ablehnung und Annäherung, Freundschaft und Feindschaft erleben sich kommunizierende Menschen.</p>
<p>Für Unternehmen bedeutet dies, dass auf verschiedenen Kommunikationsebenen Werte verhandelt werden – ob man will oder nicht. In dieses sowieso schon komplizierte Geflecht der persönlichen Werte wirken nun noch jene selbstgeschaffenen Unternehmenswerte hinein, die wie von außen eindringende Normen und Regeln wirken bzw. wirken sollen.</p>
<p>Wer sich zu Werten bekennt, erzählt von dem, was ihn charakterisiert, bestimmt, lenkt.</p>
<p><strong>2. These: Werte definieren Herrschaftsverhältnisse</strong></p>
<p>Werte wollen sich gegenüber anderen Werten durchsetzen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, von wem die Werte stammen bzw. wer sie vertritt. Wer überhaupt erlebt, dass er Werte in sich trägt, weiß für sich, dass diese Werte „gut“ und „richtig“ sind.</p>
<p>Trifft man auf andere Menschen mit anderen Werten, stellt sich die Frage, wie sich diese Werte zueinander verhalten:<br />
            &#8211; Sind sie überhaupt vergleichbar?<br />
            &#8211; Sind sie gleichrangig?<br />
             &#8211; Welcher Wert ist umfassender?<br />
            &#8211; Wie bewerte ich die anderen Werte? Und diese mich?<br />
            - Welcher Wert darf über den anderen Wert herrschen?</p>
<p>Meist werden Werteverhältnisse nicht offen geklärt. Oft lassen sie sich auch gar nicht einfach klären, weil sie tief in der Seele verwurzelt sind, aus dem Unbewussten heraus in den Alltag wirken. An der Oberfläche des Alltags kommt es dann nicht selten zu Kollisionen, die wie Meinungsverschiedenheiten aussehen, aber im Grunde tief sich unterscheidende Wertekonzeptionen sind.</p>
<p>Schwierig daran ist, dass diese Werteherrschaft unmittelbar an mein Selbstwertgefühl gekoppelt ist.</p>
<p>Selbstwertgefühl ist jene Empfindung, aus der heraus sich der Mensch als wertvoll erlebt, ohne sich mit anderen Werten zu vergleichen. „Ich habe meinen Wert aus mir selbst“, ist jener Satz, der die Menschen zum aufrechten Gang verhilft.</p>
<p>Die Begegnung mit anderen Menschen ist darum immer auch eine Begegnung von Werten und Selbstwertgefühlen. Das macht Begegnung und damit auch Kommunikation so anfällig für Störungen und zugleich so aufregend und bereichernd.<strong> </strong></p>
<p><strong>3. These: Ein gefestigtes Selbstwertgefühl intensiviert Kommunikation </strong></p>
<p>Das heikle Gebilde „Selbstwertgefühl“ steht in der Spannung zwischen Überheblichkeit und „Burn out“.</p>
<p>Wer Selbstwertgefühl im anderen Menschen „von außen“ aufwerten möchte, gerät in eine unbeabsichtigte Falle: Je stärker ich auf den anderen einwirke, dass er sein Selbstwertgefühl wieder stärken möge, umso schwächer fühlt er sich. Durch Druck und Stärke schwäche ich also das Selbstwertgefühl, genauso wie durch mitleidsvolle Schlaffheit und Schwäche.</p>
<p>Was ist der Ausweg?</p>
<p>Menschen, die sich wahrgenommen fühlen, erleben sich selbst intensiver. Die Aufmerksamkeit, die Achtsamkeit für den Mitmenschen ist ein geheimnisvolles Tor zu seinem Innersten. Allerdings hüte man sich dabei vor Verstellung und Taktieren. Offenbar gibt es ein feines „Messinstrument“ in der Seele, das geheuchelte Aufmerksamkeit schnell entlarvt.</p>
<p>Wer sein Selbstwertgefühl als den unbestechlichen Richter in sich selbst entdeckt, gewinnt Freiheit für sein Handeln, Initiative und Selbstsicherheit.</p>
<p><strong>Handlungsanleitung:</strong></p>
<ul>
<li>Höre auf die Wertehinweise in den Aussagen und Sätzen deiner Mitmenschen.</li>
<li>Höre auf die Wertehinweise in deinen eigenen Aussagen und Sätzen.</li>
<li>Beobachte dich, wenn du auf Werte triffst, die den deinen widersprechen.</li>
<li>Versuche probeweise und auf Zeit, die Werte eines anderen Menschen zu übernehmen. Mache dies mindestens mit fünf verschiedenen Wertekonzeptionen.</li>
<li>Erkunde in einer stillen Stunde deinen innersten, allergeheimsten Werte. Wenn du sehr mutig bist, schreibst du das auf. Wenn du noch mutiger bist, besprichst du sie mit einem dir sehr vertrauten Menschen, zum Beispiel deinem Lebenspartner.</li>
<li>Beobachte, wie ihr beide damit umgeht, wie es euch dabei geht.</li>
</ul>
<p>Und so weiter …</p>
]]></content:encoded>
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