Archiv der Kategorie ‘Kommunikation’

Die Angst vor dem Wort – der Fall Pussy Riot

Es ist schon ein magischer Vorgang, dass so etwas Immaterielles wie Worte und Sprache Regierungen erschrecken und zu Handlungen bewegen können. Aber fangen wir ruhig etwas allgemeiner an.

Mit dem Blick des Kommunikationstrainers wohnt der „Beleidigung“ ein interessanter Zauber inne. Wann ist etwas eine Beleidigung? Machen wir doch gleich den Selbstversuch. Wenn mir einer sagt: „Bernd, du bist ein blöder Hund“, hat er mich dann beleidigt? Weiterlesen →

Kommunikation und Werte – 3 Thesen

1. These: Wer über Werte spricht, spricht über sich selbst

Selbstwertgefühl
Wertediskussion
Wertschätzung
Wertvorstellung
wertfrei
Bewertung
Verwertung
Wertsache
Wertbeständigkeit
Werturteil

Werteempfindungen lassen sich nicht von Kommunikation abtrennen. In jeder Kommunikation spreche ich zugleich auch von den Werten, die mich lenken und leiten. Am auffälligsten wird das in unseren Bewertungen: gut, schlecht, böse, lieb, richtig, falsch usw. Aber auch alle Religionen, Überzeugungen, Weltanschauungen oder Ideologien sind stark wertegeprägt – so stark, dass sie auch Kriege auslösen können. Weiterlesen →

Macht eines Autors

Wir haben es immer gehofft. Wir haben es nie wirklich geglaubt. Jetzt wissen wir es: Autoren sind mächtige Leute. Der Beweis: Eine Kurzmeldung in der Thüringer Allgemeinen vom 18.7.2011.

Was war der Sachverhalt? Unser Autor ging offenbar über die Felder, um beim schlendernden Gehen seine Gedanken zu ordnen, den Geist zu erfrischen und Pläne zu schmieden. Tief in Gedanken muss er gewesen sein, denn er sah und hörte nicht den herannahenden Traktor. Weiterlesen →

Montags nicht in den Thüringer Wald

Eigentlich schien unsere Idee nicht schlecht zu sein: Wir nutzen den freien Montag für einen Ausflug ins Meeresaquarium nach Zella-Mehlis – für Nicht-Thüringer: Der Ort liegt unterhalb von Oberhof so ziemlich mitten im Thüringer Wald.

Doch um das Aquarium soll es hier nicht gehen: Es ist prima, macht Spaß, wirkt gepflegt und hat offenbar engagierte Mitarbeiter oder eine ebensolche Leitung. Ein riesiges Haibecken erstaunt genauso wie die vielen Krokodile, die in der Sonne dösten.

Unser Fehler: Wir wollten in Zella-Mehlis etwas essen. Weiterlesen →

Wandern oder laufen

Ein sonniger Sonntag, gerade richtig für eine Runde Joggen mit Hund Anton ein kleines Stück außerhalb der Stadt. Für Einheimische: der Krahnberg.

An Gotha vorbei führt ein ökumenischer Pilgerweg, der als Jakobsweg beschildert ist. Er folgt im Wesentlichen der Via Regia, einer alten Handelsstraße.

Als ich knapp drei Laufkilometer hinter mir hatte, begegnete ich zwei Wanderern. Beide trugen Rucksäcke und Wanderstöcke und machten überhaupt den Eindruck, just auf jenem Jakobsweg zu sein. Weiterlesen →

Die geklaute Cloud

Die technischen Möglichkeiten der modernen Welt liebe ich. Ich gehöre zu den Erstnutzern von Bürocomputern, habe keine Angst vor Bits und Bytes, fotografiere selbstverständlich digital und bewege mich im Web 2.0 entspannt, regelmäßig und erfolgreich. Als die Cloud kam, wurde ich wach: Das will ich auch. Auf alles von überall immer zugreifen können. Geil.

Ich begann, meinen Computer zu entschlacken. Alle Dateien, an denen ich arbeitete, verlagerte ich auf ein virtuelles Laufwerk im Netz. Archive wanderten in virtuelle Ablagesysteme. Programme liefen, wenn irgend möglich, nur noch im Browser als Internetanwendung. Das meiste war umsonst, gelegentlich gab es geringe Kosten. Eine rasend schnelle Internetverbindung verwandelte mein kleines Büro in eine global vernetzte Schaltzentrale. Mein Schreibtisch war aufgeräumt, keine Festplatten standen mehr im Weg – wie herrlich war das Leben mit der Cloud. Weiterlesen →

Arno Schmidt und zu Guttenberg

„… dass alle, die sich eingehender mit den Büchern Arno Schmidts beschäftigen, eine Anzahl von Zitaten, Anspielungen und Querverweisen entdeckt haben und diese Funde erfreut horten, aber auch eifersüchtig hüten.“

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Ich rede nicht von Herrn zu Guttenberg, sondern von dem Schriftsteller Arno Schmidt, dessen bekanntestes und zugleich am seltensten gelesenes Buch „Zettels Traum“ heißt. Um es zu dechiffrieren, also in seinen Mikrostrukturen zu verstehen, machten sich 1970/71 eine Reihe von Wissenschaftlern und Schmidt-Begeisterte daran, die darin in Fülle vorhandenen Zitate und Anspielungen aufzudecken, in ihren Bezügen zur Handlung zu verstehen und schließlich auszuwerten, was sie für die Literatur und damit für den Leser erbringen. Weiterlesen →

iPad und Bücherlust

Ach diese Aufregung! Die Marketing-Experten von Apple dürfen wieder einmal jubeln. Sie haben alles richtig gemacht. Die Sehnsucht nach dem neuen Flachbrettdatenanzeigegerät ist geweckt. War früher das Handy das Statussymbol für die technische Avantgarde, so ist das jetzt das iPad. Alle anderen Lesegeräte spielen automatisch in der zweiten Liga. Pech, aber so geht es eben Verlierern.

Muss ich also baldmöglichst aufrüsten? Was werden meine Kollegen, Auftraggeber oder Kunden sagen, wenn ich mich als einer bekenne, der keine Verwendung für solch ein Gerät hat? Bin ich dann auch ein Verlierer, ein Konservativer, ein Technikunverständiger, ein Neuzeitverweigerer?

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Frech oder sanft?

In den letzten Wochen konnten Fernsehzuschauer und Casting-Begeisterte zwei höchst unterschiedliche Kommunikationsformate erleben: Zum einen war da Stefan Raab mit seiner Show, die den Kandidaten für den Eurovision Song Contest in Oslo suchte und inzwischen fand. Auf der anderen Seite steht Dieter Bohlen, der in der wievielten Staffel von DSDS auch immer wieder einmal einen Superstar sucht.

Und was bitte hat das in diesem Blog zu suchen? Interessiert das jemanden?

Für mich ist die Frage: Mit welchem Kommunikationsstil findet man Höchstleistungen?

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