Weitergeschrieben: Netzwerkereien

War sie denkwürdig, die Rede, die die Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbands Thüringen in Weimar gehalten hat anlässlich der Eröffnung des DJV-Bundesverbandstags 2014? Ja, es ist würdig, über die Ideen von Anita Grasse nachzudenken und vorzudenken und überhaupt mal etwas mehr zu denken als nur darüber, warum das Leben immer schlechter, schlimmer und scheußlicher wird. Auch für Journalisten natürlich, die sich durch die nicht mehr aufzuhaltende Digitalisierung – die ja nun schon ungefähr fünfundzwanzig Jahre lang läuft – in ihren berufsethischen Grundfesten erschüttert fühlen. Doch was ist zu tun? Weiterlesen →

Die richtige Ausstellung mit den falschen Fotos

Am 9. Juli 2014 wurde die Fotoausstellung „PresseFoto Hessen-Thüringen 2013“ in der Thüringer Landesvertretung in Berlin mit Reden, Musik und vielen interessierten Menschen anlassgemäß eröffnet. Ein schöner Ort für die Arbeiten der Fotojournalisten. Ihre besten Ergebnisse aus dem Jahr 2013 waren im vergangenen November gekürt worden und sind nun auf Wanderschaft, damit ein jeder sie sehen kann. Das ist doch eine gute Nachricht – oder nicht? Weiterlesen →

Überall auf der Grenze

Im Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf steht die größte Maschine der Welt, eingegraben unter der Grenze zwischen Schweiz und Frankreich. In 100 Meter Tiefe befindet sich ein Magnetring von genau 26 659 Metern Länge. In seinem Inneren verlaufen zwei Röhren, in denen Protonen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. An vier Stellen treffen sie sich. Was dann passiert, wird von riesigen Messgeräten aufgezeichnet und ausgewertet. Sein Name: LHC – Large Hadron Collider.

Muss man das sehen? Kann man das verstehen? Ist das wichtig? Braucht das irgendein Mensch? Ist das wirklich die 650 Millionen Euro wert, die das CERN im Jahr als Unterhaltskosten benötigt? Weiterlesen →

Die Macht des Humors

Falls die Geschichte wahr ist, ist sie erhellend: Ein Friseur in London nutzte ein Foto von Machthaber Kim Jong Un, um auf seine Leistungen hinzuweisen. Doch statt Kunden, kommen zwei Herren in sein Geschäft. Angeblich seien sie von Nord-Korea beauftragt, die aus ihrer Sicht unverschämte Werbebotschaft zu beenden. Meine Frage: Wie viel Humor verträgt eine Diktatur? Weiterlesen →

Block 3: 7+3 – Lektionen über Gemeinschaftstat – Antworten

Eigentlich sollten wir es nicht nötig haben, über Kommunikation zu sprechen, denn wir praktizieren sie ja ständig – und sind also Meister darin. Finden wir jedenfalls. Andere mögen das anders sehen: „Ich verstehe dich nicht“, ist noch der harmloseste Einwand. „Da sagst nie, was du willst“, klingt schon schärfer. „Mit dir kann man nicht reden“, könnte als bösartig aufgefasst werden. Aber wie kommt der Sinn in diese Sätze, wie erhalten sie ihre „Bedeutung“? Weiterlesen →

Block 2: 7+3 – Lektionen über Gemeinschaftstat – Nicht-Sagen

Sie hätte erzählen können, wenn sie es denn gewollt hätte. Jeder weiß, dass sie es weiß. Die allermeisten erwarteten, dass sie irgendwann ihr Schweigen bricht. Ja, auch wohl mit der Folge, dass sie sich belastet hätte. Aber sie hat nichts gesagt, wendet sich ab vom Fotografen, wenn er sie auflauert, sucht Schutz hinter ihren Verteidigern. Beate Zschäpe hätte reden können. Wie andere auch. Weiterlesen →

Elefantentreffen

Heute morgen war die Internetseite www.truefinder365.com noch erreichbar. Sie hatte spektakulär mit einer Nachricht überrascht, die erstaunlicherweise aber von den meisten Nachrichtenagenturen ignoriert wurde: Wladimir Putin hat Kim Jong Un in Nordkorea besucht, um mit ihm das weitere Vorgehen auf der Krim zu besprechen. Weiterlesen →

Block 1: 7+3 – Lektionen über Gemeinschaftstat

Kunst und Leben sind in der Galerie Eigenheim in Weimar schon immer eine Einheit, die höchst spannungsvolle und nicht selten eigenwillige Ergebnisse hervorzaubert. Dazu dürfte auch das gehören, was sich dort vom 2. bis zum 16. April abspielt. Ich werde „7 + 3 – Lektionen über Gemeinschaftstat“ halten. Ihre bildhaften Gegenspieler sind Fotografiken und Schreibobjekte. Weiterlesen →

Kleiner Junge wurde bedroht

Das Leben schreibt wunderliche Geschichten, die besser nicht erfunden werden sollten, weil sie viel zu künstlich wirken. Das im Prinzip willkürliche Zeitscharnier Silvester zu Neujahr lieferte mir solch eine Geschichte, deren Titel „Kleiner Junge wurde bedroht“ zwar nicht wirklich richtig ist, aber irgendwie doch. Auf jeden Fall hat sie mich nachdenklich gemacht. Weshalb? Weiterlesen →

:: rAUm :: – oder die Verortung von Kreativität

Welche sozialen Handlungen müssen Kunst vorausgehen? Reicht es aus, Könner durch Verträge zusammenzubringen, ihnen eine Aufgabe zu stellen und ein Werk abzufordern? Ein Werk, das durch welche Öffentlichkeit auch immer wahrgenommen, bezahlt, beurteilt wird? Was wäre es, wenn – zum Beispiel bei einem Theaterstück – der feurige Liebhaber, der gemeine Schurke oder der raffinierte Betrüger von einem ganz langweiligen Menschen gespielt wird, der aber für gutes Geld eine ganze Menge Schauspielkunst auspackt? Soll Kunst heute noch so entstehen? Beim „art der stadt e.v. – theater der stadt gotha“ ist man anderer Meinung. Weiterlesen →