Herr Höcke als islamischer Marketingprofi

Unter normalen Umständen hätte es kaum jemand bemerkt. Nicht, weil es ein Geheimnis gewesen wäre, sondern einfach nur deswegen, weil es nicht besonders interessant ist. Eine Baugenehmigung in einem Erfurter Gewerbegebiet? Langweilig. Ein Haus mit einem gewölbten Dach? Na ja. Ein Haus mit einem Schornstein oder Turm oder so ähnlich? Wer es braucht. Zwanzig oder dreißig Leute, die da reingehen, oder am Wochenende auch mal achtzig? Das ist wie eine etwas größere Party in einem Wohngebiet. Die wäre einem Außenstehenden auch ziemlich egal. Wo ist also das Problem? Weiterlesen →

Selbstgerechtigkeit

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist tief im Grundgesetz verankert. In einer Demokratie wird es als Wert verstanden, dass die Bürger mitreden, mitdenken und ihre Meinungen auch öffentlich sagen. Ob mir selbst es passt oder nicht, was ich dann zu hören oder zu lesen bekomme, spielt keine Rolle. Etwas zu sagen ist erlaubt. Aber es gibt Grenzen. Weiterlesen →

Denkmuster der Ideologie

Einfache Lösungen für komplexe Probleme wurden früher am Stammtisch gefunden. Und da blieben sie auch. Man erregte sich gemeinsam, trank zwei oder mehr Bier, erregte sich nochmals. Dann ging man nach Hause und schlief den Rausch aus bis zur nächsten einfachen Lösung für komplexe Probleme. Heute ist es beliebter, die einfachen Lösungen irgendwo zu posten, auf Facebook zu liken oder wo auch immer. Doch was ist das Problem dabei? Weiterlesen →

Bloß nicht über Politik reden

Wenn ich mich in fremden Ländern aus beruflichen oder privaten Gründen aufhielt, habe ich es tunlichst vermieden, über Politik und Religion zu reden. Und war ich in Saudi-Arabien, dann sprach ich auch nicht viel über Frauen und über Sex schon gar nicht. Wenn ich es genau betrachte, dann habe ich das hier – also in Deutschland – in der Öffentlichkeit und damit im Internet auch nicht viel anders gehandhabt.

Doch die letzten Wochen und Monate haben in mir Zweifel wachsen lassen. Weiterlesen →

Weitergeschrieben: Netzwerkereien

War sie denkwürdig, die Rede, die die Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbands Thüringen in Weimar gehalten hat anlässlich der Eröffnung des DJV-Bundesverbandstags 2014? Ja, es ist würdig, über die Ideen von Anita Grasse nachzudenken und vorzudenken und überhaupt mal etwas mehr zu denken als nur darüber, warum das Leben immer schlechter, schlimmer und scheußlicher wird. Auch für Journalisten natürlich, die sich durch die nicht mehr aufzuhaltende Digitalisierung – die ja nun schon ungefähr fünfundzwanzig Jahre lang läuft – in ihren berufsethischen Grundfesten erschüttert fühlen. Doch was ist zu tun? Weiterlesen →

Die richtige Ausstellung mit den falschen Fotos

Am 9. Juli 2014 wurde die Fotoausstellung „PresseFoto Hessen-Thüringen 2013“ in der Thüringer Landesvertretung in Berlin mit Reden, Musik und vielen interessierten Menschen anlassgemäß eröffnet. Ein schöner Ort für die Arbeiten der Fotojournalisten. Ihre besten Ergebnisse aus dem Jahr 2013 waren im vergangenen November gekürt worden und sind nun auf Wanderschaft, damit ein jeder sie sehen kann. Das ist doch eine gute Nachricht – oder nicht? Weiterlesen →

Überall auf der Grenze

Im Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf steht die größte Maschine der Welt, eingegraben unter der Grenze zwischen Schweiz und Frankreich. In 100 Meter Tiefe befindet sich ein Magnetring von genau 26 659 Metern Länge. In seinem Inneren verlaufen zwei Röhren, in denen Protonen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. An vier Stellen treffen sie sich. Was dann passiert, wird von riesigen Messgeräten aufgezeichnet und ausgewertet. Sein Name: LHC – Large Hadron Collider.

Muss man das sehen? Kann man das verstehen? Ist das wichtig? Braucht das irgendein Mensch? Ist das wirklich die 650 Millionen Euro wert, die das CERN im Jahr als Unterhaltskosten benötigt? Weiterlesen →

Die Macht des Humors

Falls die Geschichte wahr ist, ist sie erhellend: Ein Friseur in London nutzte ein Foto von Machthaber Kim Jong Un, um auf seine Leistungen hinzuweisen. Doch statt Kunden, kommen zwei Herren in sein Geschäft. Angeblich seien sie von Nord-Korea beauftragt, die aus ihrer Sicht unverschämte Werbebotschaft zu beenden. Meine Frage: Wie viel Humor verträgt eine Diktatur? Weiterlesen →

Block 3: 7+3 – Lektionen über Gemeinschaftstat – Antworten

Eigentlich sollten wir es nicht nötig haben, über Kommunikation zu sprechen, denn wir praktizieren sie ja ständig – und sind also Meister darin. Finden wir jedenfalls. Andere mögen das anders sehen: „Ich verstehe dich nicht“, ist noch der harmloseste Einwand. „Da sagst nie, was du willst“, klingt schon schärfer. „Mit dir kann man nicht reden“, könnte als bösartig aufgefasst werden. Aber wie kommt der Sinn in diese Sätze, wie erhalten sie ihre „Bedeutung“? Weiterlesen →

Block 2: 7+3 – Lektionen über Gemeinschaftstat – Nicht-Sagen

Sie hätte erzählen können, wenn sie es denn gewollt hätte. Jeder weiß, dass sie es weiß. Die allermeisten erwarteten, dass sie irgendwann ihr Schweigen bricht. Ja, auch wohl mit der Folge, dass sie sich belastet hätte. Aber sie hat nichts gesagt, wendet sich ab vom Fotografen, wenn er sie auflauert, sucht Schutz hinter ihren Verteidigern. Beate Zschäpe hätte reden können. Wie andere auch. Weiterlesen →